An einem sonnigen Tag am Sonntag, den 9. Februar 2025 um 10.30 Uhr, trafen sich 14 begeisterte Wanderfreunde an der Straßenbahn-Endstation Beesen in Halle.
Nach einer kurzen Besichtigung des Spaßbades „Maya Mare“ schauten wir uns die alten, sanierten, roten Gebäuden an. Diese gehören zum Wasserwerk Beesen und diese Gebäude sind über 150 Jahre alt. Es wird hier Wasser von der Umgebung in der Saale-Elster-Aue Niederung durch Pumpen ins Werk geholt. Als 1. deutsche Stadt im Jahr 1868 schließt Halle (S.) alle 2300 Privathaushalte an das über 43 km lange Rohrnetz an und sichert somit eine zentrale Wasserversorgung von Beesen aus. Jetzt wird Trinkwasser von der Rappbodetalsperre (Harz) über eine 151 km lange Wasserleitung mit der Stadt Halle verbunden.
Nach dieser Besichtigung wanderten wir weiter über die Schafsbrücke (Sandstein, gebaut 1733) zur Auenlandschaft. Damals war das die einzige Verbindung von Magdeburg über Halle südlich nach Merseburg. Überall sahen wir künstliche Grundwasseranreicherungen mit ca. 3 m hohen Dammrundbauten. Das ist seit 1923 notwendig, weil das Grundwasser immer tiefer absinkt und ab 1985 in Stillstand versetzt wurde.
Entlang unseres Weges sahen wir in der Ferne die blaue Saale-Elster-Talbrücke, welche am 21.6.2013 fertiggestellt wurde. Diese Stahlbogenbrücke ist für die Neubaustrecke Erfurt -Halle/Leipzig notwendig. Sie ist wichtig und Teil der schnellsten ICE Zugverbindung Berlin-Halle/Leipzig -Erfurt-München.
Tiere konnten wir auch beobachten. Es schwammen viele Graugänse, Schwäne, Graureiher und Enten auf vielen Sumpfgebieten, ein Reh auf der Wiese entdeckten wir auch. Ebenso waren viele frische Aufwühlungen durch die Wildschweine zu sehen in der Erde.
Über die Drohnenbrücke erreichten wir das kleine ländliche Dorf Planena. Planena ist der südlichste Stadtteil der Stadt Halle mit nur 33 Einwohnern. Das Dorf wird öfters überschwemmt, das letzte Mal 2013, durch das Jahrhunderthochwasser. Dort machten wir kurze Rastpause an einer Biberskulptur. Weiter ging es vorbei an urigen Uferbereichen und einem Holzstand mit einem drehenden Stadtwappen. Wir wanderten wir zur Saale Schleuse Planena, diese wurde 1820 erbaut und hat einen Höhenunterschied von 2,3m.
Gleich 300m weiter befindet sich das große Saale Wasserwehr mit einer Wasserkraftanlage und in der Nähe auch eine Fischaufstiegsanlage.
Weiter wanderten wir zum Dorf Hohenweiden. Wir wurden überrascht von einem Storchenpaar hoch oben auf einem hohen Horstmast. Der Informationstafel zu Folge, soll das Storchenpaar dort überwintern.
Wir wanderten weiter, vorbei an einem Wohnhaus, in dem wir am Fenster unglaublich professionelle LEGO Figuren Bauten entdeckten (schiefer Turm von Pisa, Tiere etc.). Die jahrhundertalte Bäckerei Ramm am Lindenplatz ließen wir hinter uns und liefen zurück über die Mühlgrabenbrücke am Feldweg. Dort entdeckten wir eine Ziegenherde und junge Lämmer. Weiter ging es Richtung Röpzig.
In Röpzig schnupperten wir in die schöne große Fleischerei Ludwig hinein, mit Verkaufsraum und einem sehr gemütlich aus Holz eingerichteten Sitzbereich. T. Rüprich erklärte uns, dass die Fleischerei voll ausgelastet ist, gerade in der Mittagszeit. Dann nehmen alle Werktätigen und Dienstfahrer ihr Mittag hier ein.
Über die Brücke „Blaues Wunder bei Röpzig“ an der Saale mussten wir dem schmalen Pfad folgen, am Ufer entlang nach Beesen. Unterwegs, in der Nähe an der Mündung der Weißen Elster und der Saale, sahen wir viele frische abgenagte Bäume durch die Biber. Dank des sauberen Wassers, siedeln sich die Biber zur Freude aller, wieder heimisch an.
Unterwegs konnte man immer wieder die Höhe des Hochwassers an vielen Gartenlauben markiert sehen. Die Weiße Elster trat dort sehr oft über die Ufer. Zum Schluss kamen wir wieder am Spaßbad Maya Mare an. Unsere Wandergruppe verabschiedete sich nach dieser schönen, 11 km langen Wanderung. Durch den Wanderleiter Holger Mende, konnte die Gruppe viele neue Erläuterungen, Geschichten und Eindrücke erfahren. Diese Wanderung bleibt uns in schöner Erinnerung.
Holger Mende